Start Archiv

Vorstellung der Machbarkeitsstudie

Ein großer Schritt auf dem Weg zur Dorfheizung in Hirschfeld

Energievision Frankenwald stellt gemeinsam mit Ingenieurbüros und der Hirschfelder Planungsgruppe Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor

Hirschfeld – Auf der Dorfversammlung am 26. November in Hirschfeld wurde 80 interessierten Bürgern der Fortgang des Projektes „Dorfheizung Hirschfeld“ vorgestellt. Frau Sybilla Ettlich begrüßte die Dorfgemeinschaft und ließ die Geschichte des bisherigen Planungen für das gemeinsame Heizwerk nochmals kurz Revue passieren. „Über 600 Arbeitsstunden ehrenamtlichen Engagements wurden in den Planungsgruppen von den beteiligten Bürgerinnen und Bürgern aus Hirschfeld bis heute für unsere gemeinsame Dorfheizung erbracht“, so Sybilla Ettlich in ihrer Begrüßung. „Bevor noch einmal jemand öffentlich sagt, in Deutschland gebe es keine ehrenamtliche Leistung mehr, soll er lieber zuvor nach Hirschfeld kommen und sich vom Gegenteil überzeugen lassen“.

Im Anschluss stellten Wolfgang Degelmann und Matthias Böhm von der Energievision Frankenwald die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für den Bau eines gemeinsamen Heizwerkes auf Basis von Hackschnitzeln vor. Das Ingenieurbüro IVS unter Leitung von Markus Albrecht hatte gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Berndörfer, beide aus Kronach, den Auftrag erhalten, die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Bau und Betrieb eines Heizwerkes zu untersuchen. „Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen“, so Wolfgang Degelmann, „das Ziel, einen Heizpreis von max. 7,5 Cent pro Kilowattstunde Wärme für die Bevölkerung in Hirschfeld anbieten zu können, wurde erreicht und damit liegen wir weit unter den Kosten für Öl oder Gas“. Das Nahwärmenetz in Hirschfeld wurde in der Studie so ausgelegt, dass jeder Haushalt in Hirschfeld an dieser günstigen und umweltfreundlichen Art der Wärmeversorgung teilnehmen kann. Um die fertigen Planungen in diesem Umfang so in die Realität umsetzen zu können, benötigt die in Hirschfeld zu gründende Genossenschaft 84 angeschlossene Wärmekunden. „Der Vorteil dabei ist, dass nach und nach immer noch weitere Wärmekunden in Hirschfeld dazukommen können – das Wärmnetz mit seinen 4,3 Kilometer Länge ist dafür vorbereitet“ so Wolfgang Degelmann. Sollte die Zahl der Wärmekunden jedoch geringer sein, müsste das Netz in Länge und Dimension verkleinert werden und bietet nicht mehr jedem Haushalt in späteren Jahren die Möglichkeit, sich anschließen zu lassen. Daher richtete Matthias Böhm den Appell an alle Anwesenden: „Nun hat die Dorfgemeinschaft die Möglichkeit, den Traum von einer Heizung für alle wahr werden zu lassen - die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden!“ Zudem haben die Hirschfelder die Möglichkeit, die Baukosten durch Synergieeffekte mit den Planungen der derzeit stattfindenden Dorferneuerung zu senken. Aber um diesen Vorteil nutzen zu können, müssen die Planungen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Deswegen hat sich die Dorfheizung Hirschfeld den 10. Dezember als Termin gesetzt, bis zu dem alle Verträge vorliegen müssen, um die weiteren Schritte in die Wege leiten zu können.

Tobias Herrmann, Mitglied der Planungsgruppe und der GbR, stellte dann den Wärmelieferungsvorvertrag vor. „Dieser Vertrag dient dazu, die benötigte Wärmemenge und die Anschlussbereitschaft der Hirschfelder für unsere gemeinsame Heizung verbindlich festzustellen.“ Im Vertrag sind die Anschlussbedingungen und Preise für die Lieferung der CO2-neutralen Nahwärme aus dem nachwachsenden Rohstoff festgelegt und ermöglichen so jedem Kunden, sich detailliert über eine Beteiligung an der Dorfheizung zu informieren.

Frau Ettlich schloss nach einer intensiven Fragerunde und dem Austeilen der Verträge die Veranstaltung mit der Bitte, sich weiter über das Vorhaben Dorfheizung zu informieren und diese zukunftsfähige und umweltfreundliche Art der Wärmeversorgung auch in Hirschfeld Realität werden zu lassen.

Aktualisiert (Freitag, den 26. November 2010 um 19:53 Uhr)