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Auf dem Weg zum Bioenergiedorf

Bericht: Peter Fiedler  Neue Presse Coburg  07.03.2009

Auf dem Weg zum Bioenergiedorf

 

Hirschfeld Es funktioniert, sagte Wolfgang Degelmann am Donnerstagabend bei einer
Informationsveranstaltung zum Thema Nahwärmekonzept Dorfheizung Hirschfeld. Dabei machten die
Hirschfelder den entscheidenden Schritt in Richtung Bioenergiedorf.
,,Es funktioniert" - die Hirschfelder machten einen wichtigen Schritt in Richtung Nahwärmekonzept.

Hirschfeld Es funktioniert, sagte Wolfgang Degelmann am Donnerstagabend bei einer
Informationsveranstaltung zum Thema Nahwärmekonzept Dorfheizung Hirschfeld. Dabei machten die
Hirschfelder den entscheidenden Schritt in Richtung Bioenergiedorf. Die Versammlung beauftragte die
Dorfheizung Hirschfeld GbR, die nötigen Fördermittel zu beantragen.
Reicht die Anzahl der Teilnehmer aus? Müssen Abstriche gemacht werden? Können wir den Preis von 7,5
Cent pro Kilowattstunde haben? Dies waren einige der wichtigen Fragen, die man mit der Veranstaltung
klären wollte, erläuterte Tobias Herrmann in seiner Begrüßung im Hirschfelder Sportheim.
Wie Wolfgang Degelmann von der Energievision Frankenwald erklärte, habe man die Zahlen mit den
Ingenieurbüros durchgesprochen und zudem den Rotstift bei den Betriebskosten angesetzt. Jetzt könne
man die Aussage machen: Es funktioniert! Man habe nun 47 Wärmekunden beisammen, zwar bei weitem
nicht die große Zahl wie gewünscht, aber ausreichend. Möglicherweise könne man als zusätzlichen
Kunden noch die Kirche gewinnen. Das hier wird jetzt wirklich ein Dorfprojekt, da muss viel
Eigenleistung eingebracht werden, machte Wolfgang Degelmann klar.
Kleiner dimensioniert
Der Standort des Heizwerks sei unverändert, allerdings sei es jetzt kleiner dimensioniert, also für 47
anstatt der erhofften 80 Kunden ausgelegt. Damit sei nun auch die Luft für größere Erweiterungen raus,
stellte Wolfgang Degelmann klar. Er erläuterte die geplante Finanzierung des Projekts mit einer
Gesamtsumme von 1,12 Millionen Euro. Dabei betragen die Investitionskosten für das Gebäude mit
Grunderwerb 120 000 Euro, Heiztechnik 250 000 Euro, Tiefbau für Wärmenetz 450 000 Euro,
Rohrleitungen 190 000 Euro; Hausinstallationen 90 000 Euro und Planungskosten 100 000 Euro. An


Fördermittel erhalte man 328 000 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Der Fremdkapitalbedarf
betrage 477 000 bei einem derzeit sehr niedrigen Zinssatz. In die Finanzierung fließen zudem die
Genossenschaftseinlage von 90 000 Euro und die Anschlussgebühr, die sich aus der Summe der Haushalte
berechnet, von 225 000 Euro ein.
An betriebsgebundenen Kosten habe man jährlich Ausgaben von insgesamt 14 000 Euro. Der
Brennstoffbedarf betrage 2475 Schüttraummeter. Pro Raummeter werde derzeit mit 14 Euro gerechnet.
Insgesamt, inklusive Entsorgung, liege man hier bei 39 000 Euro. Bei sonstigen Kosten wie Beiträge und
Mitgliedschaften fallen 6250 Euro an. Den jährlichen Kosten von 92 572 Euro stehen damit jährliche
Einnahmen von 94 000 Euro entgegen. Dabei habe man einen Wärmepreis von 7,4 Cent pro
Kilowattstunde angenommen bei einer absetzbaren Wärmemenge von 1,493 Millionen Kilowattstunden.
Man habe es also geschafft, den angestrebten Wärmepreis zu erreichen. Komme die Kirche noch dazu,
verringere sich der Preis auf zirka 7,25 Cent. Wir raten Ihnen weiter zu machen, richtete Degelmann das
Wort an die Versammlung.
In den nächsten Schritten soll die GbR die Förderung beantragen. Dann soll die Gründung der
Betreibergesellschaft vorbereitet werden, die am Tag der Förderzusage tatsächlich aus der Taufe gehoben
wird. Nach dem Erhalt des Förderbescheids erfolgen Detailplanung, Ausschreibung, der Bauantrag für das
Heizwerk und danach könne mit dem Bau begonnen werden. Wenn man den 1. Oktober 2009 halten
wolle, dann müsse es superschnell gehen, erklärte Degelmann.
Ansätze haben Luft
In der Diskussion konnten Wolfgang Degelmann und Matthias Böhm zahlreiche Fragen klären. Sie haben
keine Nachschusspflicht, erklärte Degelmann, alle Ansätze bis auf die Geschäftsführung, hätten rund zehn
Prozent Luft. Er erklärte, dass nach der Ausschreibung noch ein Ausstieg aus dem Gesamtprojekt möglich
wäre. Bis dahin hätte man nur die Kosten für die Genossenschaftsgründung in Höhe von rund 2000 Euro
zu tragen, also rund 50 Euro pro Person. pf